Die Erfindung des Buchdrucks und erste Zeitschriften
Die Geschichte der Menschheit wurde von Revolutionen geprägt, bei denen es um die Verbreitung und den Austausch von Wissen ging. Die von Johannes Gutenberg in den 1440er Jahren mit beweglichen Bleilettern begründete Druckrevolution brach das Wissensmonopol hinter Klostermauern und Schlossbibliotheken. Dieses Druckabenteuer, das mit Büchern begann, mündete in „Zeitschriften“, die in regelmäßigen Abständen gedruckt und im 17. Jahrhundert in Kaffeehäusern von Hand zu Hand verbreitet wurden. In diesem Kurs werden wir untersuchen, wie die ersten Samen des modernen Zeitschriftenverlags gesät wurden und welchen faszinierenden Ursprung das Wort „Magazin“ hat.
Was Sie in dieser Lektion lernen werden
- Die technologischen und sozialen Auswirkungen der Gutenberg-Druckmaschine verstehen, die den Weg für die Geburt von Zeitschriften ebnete.
- Erfahren Sie mehr über die erste Zeitschrift der Geschichte, Erbauliche Monaths Unterredungen, die 1663 in Hamburg veröffentlicht wurde, und die Meilensteine des Journal des Sçavans von 1665 und des Gentleman's Magazine von 1731
- Analyse der in Kaffeehäusern geprägten kritischen öffentlichen Meinung und des Konzepts des öffentlichen Raums von Jürgen Habermas
Die Gutenberg-Revolution und die Demokratisierung der Information
Vor der Druckmaschine brauchten Kalligraphen oder Priester Monate, manchmal Jahre, um ein Buch von Hand zu kopieren. Ein Buch war ein Vermögen wert. Gutenbergs Massendrucktechnik mit Metallbuchstaben reduzierte den Zeit- und Kostenaufwand für den Buchdruck um das Hundertfache.
Die Alphabetisierung verbreitete sich schnell, Ideen überschritten Grenzen und die Menschen studierten nun nicht nur heilige Texte; Sie begannen, nach Zeitschriftenseiten zu suchen, auf denen sie über alltägliche Entwicklungen in der Welt, Handelsrouten und wissenschaftliche Beobachtungen diskutieren konnten.
Die ersten gedruckten Zeitschriften der Welt (1663-1672)
Als erste gedruckte Zeitschrift mit regelmäßigem Kalender gelten in der pressegeschichtlichen Literatur die „Erbaulichen Monaths Unterredungen“, die der Dichter und Theologe Johann Rist 1663 in Hamburg herausgab. Seine literarischen Gespräche und Meinungsbeiträge präsentierte er den Lesern in einem regelmäßigen Monatskalender.
Unmittelbar danach, im Jahr 1665, wurde in Paris das „Journal des Sçavans“ als erste wissenschaftliche Zeitschrift geboren; Ebenfalls im Jahr 1665 wurde „Philosophical Transactions“ zur ersten von Experten begutachteten wissenschaftlichen Zeitschrift in London ernannt. „Mercure Galant“, 1672 von Jean Donneau de Visé in Frankreich gegründet, war das erste Populärkulturmagazin, das Literatur, Kunst, Mode und gesellschaftliches Leben miteinander verband.
Das Gentleman's Magazine (1731) und die Übertragung von „The Cellar“ an die Western Press
„The Gentleman's Magazine“, 1731 von Edward Cave in London herausgegeben, beschritt neue Wege im Zeitschriftenverlag, indem es das östliche Konzept von „Mahzen“ (makhzan) in seinen Titel aufnahm. Cave präsentierte ein reichhaltiges „Gedankenlager“, indem er Artikel aus verschiedenen Zeitungen, Gedichte, Parlamentsprotokolle und Essays unter einem Dach sammelte.
Diese Veröffentlichung ist nicht nur ein Newsletter einer Expertengruppe; Es bewies der ganzen Welt, dass es eine allgemeine kulturelle und politische Plattform sein konnte, die von großen städtischen Massen gerne verfolgt wurde.
Kaffeehäuser und öffentlicher Raum: Die Soziologie der Zeitschrift
Im Europa des 18. Jahrhunderts wurden Zeitschriften nicht gedruckt, um still in Bibliotheken gelesen zu werden, sondern um in den Kaffeehäusern von London und Paris laut darüber zu diskutieren. Auf diesen Seiten entstand die Kultur der demokratischen Debatte, die der berühmte Soziologe Jürgen Habermas „Public Sphere“ nennt.
Ein normaler Bürger konnte den damaligen Premierminister, die Politik des Königs oder ein neues Theaterstück durch einen Artikel in einer Zeitschrift frei kritisieren. Der Journalismus wurde zur Wiege der modernen Demokratie und des kritischen Geistes.
Gründungszeitschriftenmatrix vor 1900
Eine chronologische Aufschlüsselung der Gründungszeitschriften, die vor 1900 weltweit die Zeitschriftenveröffentlichung ins Leben riefen, ihre Fachgebiete festlegten und den Grundstein für die heutige Zeitschriftenveröffentlichung legten:
| Zeitschrift / Zeitschriftenname | Gründungsjahr | Stadt / Geographie | Spezialisierung & Publikationstyp | Historische Bedeutung |
|---|---|---|---|---|
| Zeitschriften für geschriebene Poesie und Ideen | 15–16. JJ | Istanbul, Bursa und Samarkand | Literatur, Ideen & Kultur | Die ersten kollektiven handschriftlichen Auswahlen, die die Werke von mehr als einem Autor vor der Druckpresse thematisch sammeln |
| Erbauliche Monatsunterredungen | 1663 | Hamburg · Deutschland | Gedanken- und Literaturgespräche | Johann-Rist-Schule: Die erste regelmäßig erscheinende Zeitschrift in der Geschichte der Presse |
| Journal des Sçavans | 1665 | Paris · Frankreich | Wissenschaft, Experiment & Philosophie | Das weltweit erste periodische wissenschaftliche und akademische Forschungsbulletin |
| Philosophische Transaktionen | 1665 | London · England | Naturwissenschaften und Medizin | Royal Society: Die weltweit erste von Experten begutachtete akademische Wissenschaftszeitschrift |
| Mercure Galant | 1672 | Paris · Frankreich | Literatur, Mode & Gesellschaft | Das erste Magazin für Populärkultur, Literatur, Kunst und Lifestyle |
| Das Gentleman's Magazine | 1731 | London · England | Kultur, Politik & Literatur | Die erste Veröffentlichung in der Geschichte, die den Namen „Magazin“ (arabisch für Keller/Lagerhaus der Gedanken) verwendete |
| Die Lanzette | 1823 | London · England | Medizin und klinische Chirurgie | Die weltweit etablierteste medizinische Fachzeitschrift, die seit 200 Jahren ihre redaktionelle Unabhängigkeit bewahrt |
| Scientific American | 1845 | New York · USA | Wissenschaft, Erfindung und Industrie | Das älteste fortlaufend erscheinende populärwissenschaftliche Magazin der Welt |
| Vekayi-i Tıbbiye | 1849 | Istanbul · Osmanisch | Medizin, Hygiene & Chirurgie | Cemiyet-i Tıbbiye-i Şâhâne: Die erste medizinische Zeitschrift des Ostens und des Osmanischen Reiches |
| Hadiqat al-Akhbar | 1858 | Beirut · Libanon | Literatur, Poesie und Handel | Halil al-Huri: Die erste unabhängige Zeitschrift, die literarische und kulturelle Artikel in der arabischen Welt veröffentlicht |
| Mecmua-i Fünûn | 1862 | Istanbul · Osmanisch | Wissenschaft, Bildung und Philosophie | Münif Pasha & Cemiyet-i İlmiye-i Osmaniye: Die erste allgemeine türkische Zeitschrift für Wissenschaft und Aufklärung |
| Mir'at (Spiegel) | 1862 | Istanbul · Osmanisch | Kultur, Biografie & Kunst | Der erste Vertreter des visuellen Zeitschriftenverlags und der illustrierten Presse mit lithografischen Porträts und Gravuren |
| Mecmua-i Militär | 1864 | Istanbul · Osmanisch | Militärwissenschaften und Strategie | Erkan-ı Harbiye: Das erste Magazin für Strategie, Kartographie und militärisches Fachwissen des Osmanischen Reiches |
| Natur | 1869 | London · England | Grundlagenwissenschaften und Biologie | Das Medium, das erstmals Meilensteine wie die Entdeckung von Röntgenstrahlen und DNA ankündigte |
| Terakki-i Muhadderat | 1869 | Istanbul · Osmanisch | Frauenbildung und Familie | Die erste Zeitschriftenbeilage für Frauen zur Verteidigung der sozialen Rechte und der Bildung von Frauen |
| Mumeyyiz | 1869 | Istanbul · Osmanisch | Kinderpädagogik und Ethik | Sıtkı Efendi: Das erste Kindermagazin, gedruckt auf speziellem farbigem Papier für Kinder |
| Diogenes | 1870 | Istanbul · Osmanisch | Politische Satire und Humor | Teodor Kasap: Das erste unabhängige Humormagazin mit dem Motto „Überschatte mich nicht, ich will keinen anderen Segen“ |
| El-Cinan (الجنّان) | 1870 | Beirut · Libanon | Literatur, Kultur & Geschichte | Butrus al-Bustani: Begründer des modernen arabischen Zeitschriftenverlags mit dem Motto „Liebe zur Heimat kommt vom Glauben“ |
| Al-Muktazaf (المقتطف) | 1876 | Beirut und Kairo | Populärwissenschaft und Innovation | Yaqub Sarruf & Faris Nimr: Das erste Wissenschafts- und Wissenschaftsmagazin, das als Scientific American des Ostens gilt |
| Şükûfezar (Blumengarten) | 1886 | Istanbul · Osmanisch | Frauenbewegung und Literatur | Arife Hanım: Die erste Zeitschrift, deren Autoren und Verwaltungsmitarbeiter ausschließlich Frauen sind |
| Servet-i Fünûn | 1891 | Istanbul · Osmanisch | Literatur & Fotogravur | Ahmet İhsan & Tevfik Fikret: Die Layout-Revolution und die Schule, die das Magazin in eine Literaturschule verwandelte |
| Al-Hilal (الهلال) | 1892 | Kairo · Ägypten | Geschichte, Literatur und Denken | Corci Zeydan: Das etablierteste Kulturmagazin des Ostens, das seit mehr als 130 Jahren ununterbrochen erscheint |
| Vogue | 1892 | New York · USA | Mode & visuelle Ästhetik | Das Magazin, das Maßstäbe für Seitenlayout, typografische Eleganz und visuelle Ausrichtung setzt |
| Werbetafel | 1894 | Cincinnati · USA | Musik, Performance & Bühne | Das erste Branchenmagazin für die Unterhaltungs-, Werbe- und Plakatbranche |
| Zeitung nur für Damen | 1895 | Istanbul · Osmanisch | Philosophie, Frauen & Soziologie | Fatma Aliye Hanım & Poet Nigâr: Das am längsten erscheinende wöchentliche Meinungsmagazin für Frauen im Osten |
Expertenperspektiven & Quellen
Die von Ebüzziyâ Mehmed Tevfik herausgegebenen Beilagen und Zeitschriften für verschiedene Lesergruppen sind ein frühes Beispiel für den Zusammenhang zwischen der Art der Veröffentlichung und der Zielgruppe. Er kombinierte seine redaktionellen und drucktechnischen Erfahrungen im gleichen Publikationslayout.
Kernbotschaft für diese Lektion: Publikationsidee, Zielgruppe, Inhaltsformat und Produktionsmöglichkeiten sollten gemeinsam geplant werden.
Şinasis publizistischer Ansatz für Tasvîr-i Efkâr betrachtet die Presse als ein Werkzeug, das die Gedanken der Gesellschaft sichtbar macht. Das Verfolgen einer Sendung, die Sprache, Inhalt und Technik vereinfacht, zeigt, dass es bei der Sendungsidentität nicht nur um das Thema geht.
Kernbotschaft für diese Lektion: Das heutige Äquivalent für eine Zeitschrift ist; Es sind ein klarer Zweck, eine klare Sprache und ein einheitliches Seitenlayout, die diesen Zweck unterstützen.
Praktische Anwendung & Praxisbeispiel
Die erste Ausgabe des Gentleman's Magazine im Jahr 1731 war nicht nur in England, sondern in allen Kolonien und in Europa ausverkauft; Es hat sich gezeigt, dass die Zeitschriftenveröffentlichung eine große kulturelle Kraft ist, die die Massen mobilisiert.
Hinweis: Nicht ausdrücklich zitierte Beispiele sind didaktische Szenarien; Namen und Zahlen sind illustrativ.
Kritische redaktionelle Warnungen & Fallstricke
- Betrachten Sie das Magazin nicht nur als eine trockene Chronologie der Geschichte; den Geist des freien Denkens und der öffentlichen Debatte dahinter begreifen.
- Erstellen Sie bei wissenschaftlichen oder intellektuellen Zitaten keine Inhalte, die auf historischen Informationen vom Hörensagen basieren, ohne auf die ersten Quellen zurückzugreifen.
- Denken Sie daran, dass es beim Publizieren nicht nur um technologische Werkzeuge geht, sondern dass es seine wahre Kraft aus der Gedankenfreiheit bezieht.
Zusammenfassung & Kernpunkte
- Gutenbergs Druckerei brach das Wissensmonopol und ebnete den Weg für die Zeitschriftenpresse.
- 1665 Journal des Sçavans und 1731 The Gentleman's Magazine sind die Gründungsmeilensteine des weltweiten Zeitschriftenverlags.
- Die Kultur des öffentlichen Raums und der kritischen Debatte blühte dank der in Kaffeehäusern zirkulierenden Zeitschriften auf.
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