Wer ist der Leser? Treffen mit den Lesern, Etikette beim Beantworten von Briefen und E-Mails und Leserbriefe-Ecke
Viele Verlage betrachten das Magazin als ein einseitiges Megaphon: Wir schreiben es, drucken es in der Presse oder laden es ins Internet hoch; Der Leser konsumiert es stillschweigend. Das Veröffentlichen von Zeitschriften ist jedoch kein Monolog, sondern ein tiefer wechselseitiger Dialog. Ein Magazin wird erst dann zu einem „lebenden Organismus“, wenn es eine echte, respektvolle und kontinuierliche Beziehung zu seinen Lesern aufbauen kann. Der Leser ist nicht nur ein Verbraucher, der die Zeitschrift kauft; Er ist der intellektuelle Partner, Begleiter und aufrichtigste Prüfer des Magazins. Wie antworte ich auf E-Mails von Lesern? Wie fühlt sich ein Leser, wenn er unbeantwortet bleibt? Wie richtet man im Magazin eine Rubrik „Leserbriefe“ ein? In dieser Lektion lernen wir, eine erste menschliche Bindung zum Leser aufzubauen.
Was Sie in dieser Lektion lernen werden
- Positionierung des Lesers als intellektueller Interessenvertreter des Magazins und nicht als passiver Verbraucher
- Erstellen eines Protokolls zur Beantwortung eingehender Leserbriefe und E-Mails in einer aufrichtigen, respektvollen und korporativen Sprache
- Erstellen einer Live-Seite „Leserbriefe“, die das Feedback, die Fragen und Beiträge widerspiegelt, die im Magazin eingegangen sind
- Bestimmung der Grenzen einer gesunden und nachhaltigen Verlagsbeziehung mit dem Leser
1. Wer ist der Leser? Der Mann jenseits der Zahlen
Im Zeitalter der digitalen Analyse besteht die Gefahr, die Leserschaft auf bloße mechanische Zahlen wie „Seitenaufrufe“, „Klicks“ oder „Conversion-Rate“ zu reduzieren. Allerdings ist jeder Leser; Er ist ein lebhafter Mensch, der in seiner Bibliothek Platz für Ihre Zeitschrift schafft und Ihr Geld und vor allem seine Zeit Ihren Worten anvertraut.
Keine Zeitschrift, die auf ihre Leser herabschaut und ihre Leser nicht kennt und sich nicht um sie kümmert, kann von Dauer sein. Die Zeitschriftenküche muss ständig darauf achten, wie alt die Leser sind, welche kulturellen Interessen sie haben und welche Artikel sie mit Begeisterung annehmen und von welchen sie enttäuscht sind.
2. Etikette für die Beantwortung von Leser-E-Mails
Wenn Ihnen ein Leser eine lange E-Mail für einen Artikel in Ihrer Zeitschrift geschrieben hat; Das ist der größte Segen unserer Zeit. In einer Welt, in der die Aufmerksamkeitsspanne auf Sekunden reduziert ist, ist es eine unbezahlbare Liebe, wenn sich jemand Zeit für einen nimmt.
Diese E-Mails unbeantwortet zu lassen oder sie mit einer trockenen automatischen Vorlage abzutun, wird dem Leser das Herz brechen. Die Redaktion sollte mindestens eine Stunde pro Woche den Leserbriefen widmen: „Liebe Leserin, lieber Leser, vielen Dank für Ihre wertvollen Gedanken zu unserem Aktenartikel in unserer 12. Ausgabe.“ „Diesen Punkt, den Sie kritisiert haben, werden wir in unserer Redaktion besprechen …“ Diese aufrichtige Antwort macht den Leser zum treuesten Botschafter des Magazins auf Lebenszeit.
3. Spalte „Leserbriefe“ auf den Seiten
Der Abschnitt „Leser“ oder „Eingehende Briefe“ auf den ersten Seiten von Zeitschriften ist der lebendige Atem der Zeitschrift. Hier finden Sie nicht nur die Lobbriefe für das Magazin; Im Gegenteil, es sollten Briefe von Lesern aufgenommen werden, die einfühlsame Kritik an der Zeitschrift vorbringen und einen übersehenen Fehler höflich korrigieren.
Wenn andere Leser diese Kolumne sehen, haben sie das Gefühl: „Dieses Magazin hört mich, schätzt meine Ideen, und dies ist eine gemeinsame Versammlung, in der meine Stimme mitschwingt.“ Dieses Gefühl ist der Kitt der Zugehörigkeit zwischen dem Leser und der Zeitschrift.
Expertenperspektiven & Quellen
Die Erfahrung von Şevket Rado mit dem Life Magazine hat bewiesen, dass es möglich ist, Hochkultur und eine breite Leserschaft in ein und demselben Magazin zusammenzubringen. Er argumentiert, dass die wahre Meisterschaft im Journalismus darin besteht, dem Leser selbst die tiefsten Themen in einer klaren, aufrichtigen und respektvollen Sprache zu präsentieren, die nicht auf ihn herabblickt.
Kernbotschaft für diese Lektion: Unabhängig von Ihrer Veröffentlichungsstrategie und Zielgruppe; Bauen Sie eine herzliche, vertrauensvolle und nachhaltige redaktionelle Bindung zum Leser auf, nicht von oben nach unten.
Die von Ebüzziyâ Mehmed Tevfik herausgegebenen Beilagen und Zeitschriften für verschiedene Lesergruppen sind ein frühes Beispiel für den Zusammenhang zwischen der Art der Veröffentlichung und der Zielgruppe. Er kombinierte seine redaktionellen und drucktechnischen Erfahrungen im gleichen Publikationslayout.
Kernbotschaft für diese Lektion: Publikationsidee, Zielgruppe, Inhaltsformat und Produktionsmöglichkeiten sollten gemeinsam geplant werden.
Praktische Anwendung & Praxisbeispiel
Şevket Rado und Hayat Magazine: Während Şevket Rado Türkiyes meistverkauftes Magazin Hayat herausgab, las er persönlich die Leserbriefe, die jede Woche aus den entlegensten Dörfern Anatoliens kamen, einen nach dem anderen, und schrieb auf den Seiten des Magazins väterliche, weise und ermutigende Antworten auf jeden einzelnen Brief. Dank dieser Briefe wurde die Zeitschrift in den Haushalten von Millionen Menschen als Familienmitglied akzeptiert.
Hinweis: Nicht ausdrücklich zitierte Beispiele sind didaktische Szenarien; Namen und Zahlen sind illustrativ.
Kritische redaktionelle Warnungen & Fallstricke
- Erwecken Sie nicht den Eindruck eines falschen Fanclubs, indem Sie in der Rubrik „Leserbriefe“ nur Lobeshymnen auf die Geschäftsführung des Magazins schreiben. Schaffen Sie Raum für konstruktive Kritik.
- Drucken Sie die persönlichen Daten der Leser (Privatleben, Telefonnummer, vollständige Adresse) nicht ohne deren Erlaubnis in das Magazin.
- Vermeiden Sie es unbedingt, gleichgültige und sarkastische Antworten auf eingehende E-Mails zu schreiben. Der Herausgeber ist der Imagespiegel des Magazins.
Zusammenfassung & Kernpunkte
- Der Leser ist keine mechanische Statistik, sondern der geistige Begleiter der Zeitschrift.
- Die rechtzeitige und aufrichtige Beantwortung eingehender Leser-E-Mails stärkt die Loyalität.
- Die Seite „Leserbriefe“ im Magazin ist das wirkungsvollste Beispiel für einen lebendigen wechselseitigen Dialog.
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